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Heuschnupfen: Junge Frau im Garten putzt sich die Nase. Hinter ihr ein Blütenzweig.
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Symbolbild

Fließschnupfen und juckende Augen – viele schlagen sich schon seit Wochen mit Heuschnupfensymptomen herum. Kein Wunder – die Pollensaison beginnt immer früher. Wer jetzt konsequent gegensteuert, kommt besser durch den Frühling.

Immer früher, immer länger – während noch vor ein paar Jahren der Fließschnupfen und das Augenjucken erst im Frühling so richtig losgingen, machen sich die Heuschnupfensymptome inzwischen oft schon im Winter bemerkbar. Dank Klimawandel fliegen heute die Pollen nicht nur 20 Tage früher als noch im Jahr 1990. Die Pollenflugzeit hat sich auch um 10 Tage verlängert und es sind mehr Pollen unterwegs als noch vor 30 Jahren. Das zeigen aktuelle Messungen in Kanada und den USA.

Rechtzeitig gegensteuern

Wer von Heuschnupfen betroffen ist, sollte wissen, welche Pollen die Allergie bei ihm auslösen. Dann lässt sich schon zwei bis drei Wochen vor dem Pollenflug mit Medikamenten gezielt vorbeugen. Auch wenn der Heuschnupfen schon da ist, gibt es eine Reihe wirksamer Mittel, um die Symptome im Zaum zu halten.

Auf welche Pollen reagiere ich?

Sie wissen nicht genau, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren? Ihr Hausarzt kann Sie zum Allergologen oder Hautarzt überweisen, der mit einem Test feststellt, ob und welche Pollen die Auslöser sind. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Pricktest/Intrakutantest: Die Haut wird am Arm an mehreren Stellen mit einer feinen Lanzette etwas eingeritzt und die Lösungen mit den verschiedenen Pollenallergenen daraufgegeben. Entstehen nach ein 20 bis 30 Minuten kleine Quaddeln, ist das ein Zeichen, dass man genau auf diese Pollen allergisch reagiert.
  • Provokationstest: Dabei werden gezielt Nasen- oder Augentropfen mit dem Allergen verabreicht, um die Reaktion darauf wie Schwellung der Nasenschleimhaut, Niesen bzw. tränende, gerötete Augen zu testen.

Pollenflugvorhersage nutzen

Stehen die auslösenden Pollen fest, lässt sich anhand eines Pollenflugkalenders oder der Pollenflugvorhersage im Internet (siehe Kasten unten) nachvollziehen, zu welchen Zeiten die allergieauslösenden Pflanzen blühen beziehungsweise wann sie ihre Pollen in die Luft entlassen. Erle und Hasel blühen schon im Dezember und Januar, Birkenpollen zum Beispiel haben ihr Hoch von März bis Mai. Wer auf Gräser allergisch reagiert, muss vor allem von Mai bis August mit Beschwerden rechnen.

Welche Pollen fliegen wann?

Der Deutsche Wetterdienst bietet im Internet einen Pollenflug-Gefahrenindex für die acht häufigsten Pollenarten in Deutschland (Hasel, Erle, Esche, Birke, Süßgräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia). Hier können Sie sich auch für einen Newsletter anmelden, der täglich über den erwarteten Pollenflug informiert.

Heuschnupfen gezielt behandeln

Heuschnupfen – auch saisonale allergische Rhinitis genannt – ist eine Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Eiweiße verschiedener Pflanzenpollen, wobei der Körper vermehrt Histamin ausschüttet. Eine verstopfte, laufende und juckende Nase sowie gerötete, juckende Augen sind die wichtigsten Symptome.

Schnell und lange wirksam

Es gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Fließschnupfen und den Juckreiz zu lindern. Für die Nase gibt es zwei Wirkstoffe, Azelastin und Levocabastin, wobei Azelastin sehr schnell wirkt und die Mastzellen stabilisiert, Levocabastin hat dafür eine längere Wirkdauer. Gegen Tränenfluss und Juckreiz in den Augen helfen Azelastin, Levocabastin und Ketoprofen-Augentropfen, je nach Bedarf in Einzeldosen oder im Fläschchen. Augentropfen oder Nasenspray mit den Wirkstoffen Azelastin, Levocabastin oder Ketotifen wirken nach etwa einer Viertelstunde und bis zu zwölf Stunden lang.

Zusätzlich helfen befeuchtende Nasensprays oder Augentropfen, die Pollen herauszuspülen – fragen Sie uns in Ihrer Apotheke.

Kaum noch in Gebrauch

Die früher eingesetzte Cromoglicinsäure ist heute nur noch selten in Gebrauch. Sie macht die Mastzellen, die nach Kontakt mit den Allergenen Entzündungsstoffe wie Histamin ausschütten, unempfindlicher gegenüber den Pollen. Ihr Nachteil: Man muss sie mehrmals täglich einnehmen, ihre Wirkung setzt erst nach etwa 14 Tagen ein und man muss im Vorfeld genau wissen, wann die Pollen fliegen. 

Nur einmal täglich

Die heute eingesetzten antiallergischen Tabletten mit den Wirkstoffen Cetirizin oder Loratadin wirken sehr lange und müssen daher nur einmal täglich eingenommen werden. Neu im letzten Jahr hinzugekommen sind Levocetirizin und Desloratadin, die bisher verschreibungspflichtig waren und etwas schneller wirken.

Das passende Mittel wählen

Sie haben früher schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Allergiepräparate Sie müde machen? Nehmen Sie die Medikamente abends vor dem Schlafen ein. Vor allem Loratadin wird explizit auch für Autofahrer und Berufstätige empfohlen. Cetirizin zeigt dagegen eine stärkere Wirkung, wenn durch die Allergie auch die Haut juckt. Sprechen Sie uns in Ihrer Apotheke an, wir helfen Ihnen, das richtige Präparat zu finden.

Keine Angst vor Kortison

Bei stärkerer allergischer Rhinitis und ständig verstopfter Nase kann ein Nasenspray mit Kortison sinnvoll sein. Niedrig dosiert ist es ohne ärztliches Rezept erhältlich und gilt mittlerweile als Goldstandard. Kortison lindert die allergischen Beschwerden und bekämpft die Entzündung in den Schleimhäuten. Allerdings setzt die volle Wirkung erst nach zwei bis drei Tagen ein und es sollte dann regelmäßig eingesetzt werden. Weil es bei Heuschnupfen nur lokal angewendet wird, ist das Risiko für Nebenwirkungen gering. Um Veränderungen der Schleimhäute zu vermeiden, sollte das Kortisonspray aufrecht eingesprüht und  maximal vier Wochen genutzt werden.

Bei Heuschnupfen richtig lüften

Den Pollen aus dem Weg zu gehen ist schwer. Mit diesen Tricks hält sich die Belastung aber in Grenzen:

  • Richtig lüften: Um die Pollenbelastung in Räumen gering zu halten, sollten Heuschnupfengeplagte besser kurz stoßlüften, statt die Fenster dauerhaft auf Kipp zu stellen. In der Stadt fliegen übrigens abends mehr Pollen, auf dem Land morgens. Manch einer hat in der Stadt aus diesem Grund vielleicht abends mehr Probleme. Jedenfalls ist es in der Stadt besser, morgens zwischen 6 und 8 Uhr zu lüften, und auf dem Land abends zwischen 19 und 24 Uhr.
  • Pollenschutzgitter anbringen: Vor allem für die Schlafzimmerfenster sind die feinen, durchsichtigen Gewebe zu empfehlen. Sie werden am Rahmen befestigt, sodass sich trotzdem noch lüften lässt.
  • Regelmäßig Staub wischen und saugen: Zum Putzen möglichst einen Staubsauger mit Hepa-Filter (High Efficiency Particulate Airfilter) und spezielle Staubbindetücher verwenden. Diese halten Feinstaub und allergene Partikelchen zurück.
  • Pollenfilter im Auto nutzen: Er sollte einmal jährlich gewechselt werden. Während der Fahrt außerdem die Fenster geschlossen halten.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen: Den Wäscheständer möglichst so aufstellen, dass sich keine Pollen darauf niederlassen können.
  • Abends duschen und Haare waschen: So bleibt man zumindest nachts von den Pollen verschont.
  • Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln und ablegen: Auch das reduziert die Pollenbelastung in der Nacht.
  • Luftreiniger für Innenräume nutzen: Sie filtern nicht nur Pollen aus der Raumluft, sondern im Idealfall auch Feinstaub, chemische Substanzen und Aerosole, die Krankheitserreger transportieren können. Am besten nach Tests im Internet schauen.
  • Sport im Freien planen: Joggen, walken oder Rad fahren möglichst nicht gerade zur Zeit des stärksten Pollenflugs.
  • Zeit nach dem Regen nutzen: Wenn es stark regnet, nehmen die Heuschnupfensymptome oft erst einmal zu, da mehr Pollen in der Luft herumwirbeln. Regnet es länger, nimmt die Pollenbelastung ab und Sie haben Zeit zum Durchatmen. Nutzen Sie die Zeit für einen Spaziergang oder zum Lüften.

Wann zum Arzt?

Ein Heuschnupfen ist zwar sehr lästig, aber nicht gefährlich. Allerdings kann sich daraus ein Asthma entwickeln, wenn er nicht behandelt wird. Deshalb sollte jeder, der das Gefühl hat, dass sich ein Heuschnupfen entwickelt, zum Arzt gehen. Eine frühzeitige Behandlung kann verhindern, dass sich die Beschwerden in den oberen Atemwegen bis in die Lunge ausdehnen und zu Asthma und in der Folge zu Atemnot führen. Zudem können weitere Allergien wie zum Beispiel gegen Hausstaub hinzukommen. Der Hausarzt kann zudem an einen Allergologen überweisen, der entscheiden wird, ob eine Hyposensibilisierung ratsam ist, um nicht nur die Symptome, sondern die Ursache der Allergie zu bekämpfen.

Aus für die Pollenallergie

Bei einer Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, werden dem Körper Bestandteile der allergieauslösenden Pollen mehrere Monate bis zu drei Jahre entweder mit Spritze, Tropfen oder Tabletten zugeführt. So kann sich unser Immunsystem langsam wieder an die allergieauslösenden Pollen gewöhnen.

Im Idealfall reagiert es durch das „Training“ irgendwann nicht mehr oder nicht mehr so stark auf die Pollen. Je nach Behandlung wird das Allergen täglich oder vier- bis sechswöchentlich verabreicht. Übrigens: Anders als noch vor einigen Jahren ist die Hyposensibilisierung heute auch schon für Schulkinder möglich.

Nicht reiben!

Auch wenn es schwerfällt: Reiben Sie nicht, wenn die Augen jucken! Die auslösenden Pollen können sich dann noch besser verteilen und die Bindehaut wird zusätzlich gereizt. Gegen den Juckreiz hilft es, die Augen mit befeuchtenden Augentropfen oder mit steriler Kochsalzlösung zu reinigen. Geschwollene Lider lassen sich durch kühle Kompressen beruhigen. Spezielle Kompressen für die Augen gibt es in Ihrer Apotheke. Beim Aufenthalt im Freien hilft eine eng anliegende Sonnenbrille dabei, die Pollen von den Augen fernzuhalten.

Hautbarriere gegen Pollen stärken

Pollen können auch über die Haut in den Körper gelangen und zu Juckreiz, Rötungen und Hautirritationen führen. Die Gefahr besteht vor allem bei trockener Haut, bei der die Barriere nach außen beeinträchtigt ist. Spezielle Pflegeprodukte für Allergiker stärken die Hautbarriere, sodass Pollen nicht mehr so leicht in die Haut gelangen.

Dietmar Frey,

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